Mittwoch, 19. September 2012
Lieber von einer Hand, die wir nicht drücken möchten, geschlagen, als von ihr gestreichelt werden.  
Marie von Ebner-Eschenbach
Samstag, 4. August 2012
Es ist schon schlimm, kaum verläuft das Leben relativ normal vernachlässigt man seinen eigenen Blog. Man beginnt einfach zu vergessen und weiterzumachen. Doch so ganz verdrängen konnte ich meinen Blog dennoch nicht. Ich habe es zwar geschafft wieder normal ins Leben zu finden, allerdings möchte ich meine Erlebnisse und Erfahrungen teilen. Von meiner Sorte gibt es sicher viele da draußen, darunter auch einige die einfach Angst haben darüber zu sprechen. So tun als ob es mir immer super ging, kann ich nicht und deshalb werde ich mich bemühen, trotz Arbeitstress, mich ein wenig um meinen Blog zu kümmern. Und auch mein Buch habe ich nicht vergessen. Es ist der Wahnsinn das mein Blog trotzdem noch so zahlreiche Aufrufe hatte, obwohl ich seit Februar nichts mehr gepostet habe. Vielen Dank an alle die meinen Blog trotzdem verfolgen :)
Donnerstag, 23. Februar 2012
Ich bin perfekt darin, nicht perfekt zu sein.
Samstag, 26. November 2011
Es ist einfacher einen Menschen zu spielen, anstatt man selbst zu sein.
Samstag, 5. November 2011
Ich stelle es mir grossartig vor, Katze zu sein.
Du kommst und gehst, wie es dir passt,
wirst gefüttert und gestreichelt.
Niemand erwartet viel von dir.
Du kannst mit den Menschen spielen,
und wenn du genug hast, gehst
du einfach weg.
Du kannst dir deinen Umgang aussuchen.
Mehr kann man nicht verlangen.
Patrica McPherson
Sonntag, 30. Oktober 2011
Die Zeit heilt keine Wunden und sie hilft auch nicht wirklich sich an den Schmerz zu gewöhnen. Die Zeit ist die Vergangenheit, die gescheitert ist. Die Gegenwart, in der man die Folgen der Vergangenheit tragen muss. Und die Zukunft, in der die ganze Geschichte wieder von vorne beginnt.
Dienstag, 18. Oktober 2011
Ich lief nach Hause und rannte so schnell wie ich konnte. Hinter mir konnte ich sie immer noch schreien hören. Meine Beine zitterten, mein Herz pochte und mein Gesicht war mittlerweile so taub geworden, das ich nicht einmal mehr den Schmerz spürte. Hoffentlich bin ich gleich da, so weit war es doch gar nicht weg gewesen. Es waren die längsten fünfhundert Meter in meinem Leben. Die Bilder gingen mir nicht mehr aus dem Kopf, immer und immer wieder schlugen sie auf mich ein, „Nein Denise, nein, reiß dich zusammen.“, sagte ich weiter vor mir her, „Einfach nicht mehr dran denken, einfach nicht mehr dran denken, schlag dir das aus den Kopf, los du bist doch sonst immer so stark gewesen!“
Ein Glück von weiten konnte ich schon die sechs Geschosser von meiner Straße erkennen, ich wollte nur noch eins, ja nur eins in meine Wohnung in die ich sonst nicht wollte. Noch nie hatte ich mich so gefreut meine Haustür zu erreichen. Meine Lunge fühlte sich so an wie von tausend Nadeln gestochen. Ich zückte meinen Schlüssel und knallte die Tür sofort wieder hinter mir zu.
Erst jetzt im Treppenhaus fiel mir auf das ich eine Spur aus Blut hinterlassen hatte. Schnell nahm ich den Ärmel meines Pullovers und wischte das Blut weg, schließlich wollte ich nicht das am nächsten Tag die Polizei vor meiner Tür stand, weil sie dachten das ich vielleicht ein Opfer einer Straftat geworden bin. Was sollte ich denen auch erzählen, das ich auf dem Weg vom einkaufen über einen Ast gestolpert bin und mir so die Nase aufgeschlagen habe? Oder dass mich soeben drei besoffene Dynamo Hooligans verdroschen haben, von denen ich nicht mal so richtig erkennen konnte wie die aussahen… 
Es war Samstagabend 22:10 Uhr als ich meine Wohnung erreicht hatte und mich im Spiegel sah. Andere in meinem Alter waren jetzt in der City unterwegs und feierten, tranken Cocktails und hatten eine Menge Spaß und ich stand hier in der Wohnung und fand mich das erste Mal so richtig hässlich. Nicht das Rot, nicht zu meinen grünen Augen passen würde, doch es war wirklich ein wenig zu viel. Eigentlich hatte ich nie Nasenbluten, doch die Typen hatten es geschafft. Ich griff zum Taschentuch und tupfte mir das Blut vom Gesicht, denn so wollte ich sicher nicht bleiben. Es sah viel schlimmer aus als es war, zwar hatte ich schmerzen aber ich hatte schon schlimmere Dinge durchmachen müssen. Letztendlich war ich sogar noch froh darüber dass nicht noch mehr passiert war, bloß hatte ich nun nichts mehr zu essen, meine Einkäufe musste ich ja auf der Flucht stehen lassen.
Also verbrachte ich mal wieder meinen Samstagabend allein zu Haus, was solls, aber so konnte ich auch nur auf eine Halloweenparty gehen.  Als ich das Blut vollständig abgetupft hatte, kamen die Kratzer zum Vorschein, die ich überall im Gesicht hatte.  Mich konnte eh keiner mehr leiden und so brauchte ich also auch keine Angst zu haben das mich so jemand sieht.
Komisch das im Grundgesetz steht, dass wir alle ein Recht auf Meinungsfreiheit haben, ich bin mit Sicherheit das beste Beispiel dafür, dass die ganzen Gesetze im Leben eines Menschen verletzt werden können, ohne dass es großartig auffällt.  Wenn man einmal den Mund aufmacht und sich traut etwas zu sagen ist man immer die Blöde, entweder versuchen sie es einen auszureden und einen für dumm zu erklären, oder sie wandten, wie in meinem Beispiel, Gewalt an. Ich war einfach nicht mehr einverstanden damit, dass diese Dynamo schreienden Typen weiter mit ihrem Fuß gegen das Glas an der Haltestelle traten…
„Was haben Sie denn genau gemacht Frau Lehmann?“, sprach eine Frau ruhig. „Ich habe zu ihnen gesagt, dass sie bitte ihre eigenen Sachen kaputt machen sollen, anstatt ständig fremdes Eigentum zu zerstören. Daraufhin habe ich  zwei Schläge ins Gesicht bekommen.“  Frau Gebauer schaute sich erst mal eine ganze Weile im Zimmer um, bevor sie sprach. „Wieso haben sie das gesagt?“ Irgendwie hatte ich es langsam satt, mir diesen Satz von jedem anhören zu müssen, den ich dieses Erlebnis erzählt hatte. Nun sitze ich hier, weil es alle so wollten und musste mir ihr Gerede eine Stunde lang anhören. „Ich habe das gesagt, weil es meine Meinung war, und ich habe nun einmal in der Schule gelernt, dass jeder das Recht auf Meinungsfreiheit hat. Jeden Tag aufs Neue sind die Meisten einfach nur zu feige den Mund auf zu machen, weil sie Angst haben. Wenn alle nur zusehen wird sich in dieser Welt auch nichts verändern. Und wenn ich mir noch weitere Schläge einfangen würde, dann habe ich es wenigstens für eine gute Sache getan.“
Eine seltsame Ruhe war zu hören. Es kam nicht selten vor das wir uns einfach Minuten lang in meiner Therapiestunde anschwiegen. Vielleicht war es ja auch von ihr beabsichtigt um mir Raum zum Denken zu lassen, oder sie versuchte gerade die richtigen Worte zu finden.  Frau Gebauer nahm ihre Brille ab, ich wusste dass sie noch eine Weile brauchen würde und ging schon mal die Einkaufsliste im Kopf durch. Langsam senkte sie ihren Kopf und schaute mich an. „Also Frau Lehmann, ich habe ja schon viel erlebt bei verschiedenen Patienten, aber so jemand wie Sie, ist mir auch noch nicht begegnet“.  Was für ein aussagekräftiger Satz, natürlich kann kein Mensch noch so sein wie ich, dachte ich mir, da wir alle einmalig sind.
„Sie meinen ich bin verrückt?“, fragte ich mit einem Grinsen. „Hm Frau Lehmann, was ist denn nach Ihrer Meinung verrückt?“ Bei dieser Frage konnte ich mir das Lachen einfach nicht mehr verkneifen. Es war schön einfach einmal laut loszulachen, es ist einfach ein schönes Gefühl seine Freude nach außen dringen zu lassen. „Es ist verrückt sich schlagen zu lassen, nur weil man die Welt verbessern will, es ist verrückt im Sommer, Weihnachtslieder singend durch die Stadt zu rennen, es ist verrückt das man rote Haare hat und grüne Kleidung trägt und es ist verrückt  wenn man sich als Frau viel lieber für Technik interessiert als für Schuhe.“  Auf meinen Lippen konnte man immer noch ein Grinsen sehen, denn ich begann gerade mir schöne Sätze im Kopf zu Recht zu malen. „Verrückt ist jemand, der etwas macht, was die Mehrheit nicht macht. Alles was nicht in das normale Raster gepresst werden kann, ist absonderlich. Verrückt sind nicht die Leute die den Mund auf machen, sondern die, die einfach zuschlagen, vergewaltigen, missbrauchen und töten. Obwohl ich nie eines dieser Dinge getan habe, sitze ich nun hier, weil ich die Glückliche war, die nun verrückt zu sein scheint, weil all diese Dinge mit mir passierten.“  

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Ich bin dieses verrückte Kind, das losrennt, um das Leben zu umarmen, das hinfällt, wieder aufsteht und mit zerschlagenen Knien weiterläuft. Dieses verrückte Kind, das Hoffnung heisst und an die Liebe glaubt!
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